Wie medizinisches Cannabis neue Perspektiven bei Migräne eröffnet

Erstellt am:21.06.2025- Zuletzt aktualisiert:23.07.2025

Die Geschichte von Medizinalcannabis in Deutschland ist eine Geschichte des Wandels. Noch vor wenigen Jahren war Cannabis als Medikament ein Tabuthema, das mit Vorurteilen, Unsicherheit und gesellschaftlicher Stigmatisierung behaftet war. Doch mit der Legalisierung von Medizinalcannabis im Jahr 2017 begann eine neue Ära – für Patient:innen, Ärzt:innen und Apotheker:innen gleichermaßen. Johannes Hoffmann, Apotheker und Inhaber der Alle Farben Apotheke in Melle, hat diesen Wandel aus nächster Nähe miterlebt. Sein beruflicher Alltag zeigt, wie Medizinalcannabis heute neue Perspektiven für Menschen mit Migräne und chronischen Schmerzen eröffnet, welche Herausforderungen noch bestehen und warum Aufklärung weiterhin so wichtig ist.

Apotheker berät Patientin in heller Apotheke zu medizinischem Cannabis bei Migräne – beide im Gespräch, Cannabispräparate auf dem Tisch.

Diese ExpertInnen wurden für diesen Beitrag interviewed

  • Ausgangslage: Apotheker spezialisiert sich auf Medizinalcannabis-Versorgung trotz anfänglicher gesellschaftlicher Skepsis und Stigmatisierung
  • Apothekenversorgung: Aufbau breites Sortiment (Blüten, Öle, Extrakte) mit individueller Beratung zu Dosierung, Anwendung und Nebenwirkungen seit 2017
  • Migräne-Behandlung: Deutliche Reduktion von Schmerzintensität und -häufigkeit, besserer Schlaf, weniger Begleitsymptome bei vielen Patienten
  • Chronische Schmerzen: Medizinalcannabis als Alternative für "austherapierte" Patienten mit geringerem Abhängigkeitsrisiko als Opiate
  • Präparate & Dosierung: Individuelle Anpassung verschiedener THC/CBD-Konzentrationen, schrittweise Dosissteigerung mit Schmerztagebuch-Dokumentation
  • Herausforderungen: Bürokratische Hürden bei Kostenübernahme, Unsicherheit bei Hausärzten, Bedarf an mehr Fortbildungen und Leitlinien
  • Zukunftsperspektive: Wachsende gesellschaftliche Akzeptanz und wissenschaftliche Evidenz - Medizinalcannabis wird zur normalen Therapieoption ohne Stigma

Ich bin Johannes Hoffmann. Ich bin Apotheker. Ich führe die Schreibersche Apotheke in Melle. Wir haben uns auf Cannabis spezialisiert und haben da eine große Vielfalt an Blüten und Extrakten und versuchen so, die Therapie und Therapieoptionen des Arztes deutlich zu verbessern. Am Anfang war es natürlich so, dass das das Thema Cannabis gerade in der älteren Generation ein bisschen anders angesehen wird und vielleicht auch ein bisschen verschrien wird.

Aber wenn man wirklich mit dem Patienten in Kontakt kommt und wirklich mit sich die Therapieerfolge sich anhört und wirklich sieht was, was tatsächlich durch diese Möglichkeit geschaffen wurde, dann ist man halt voll. Voll und ganz steht man dahinter und sagt einfach es ist eine Therapie Option, die man jedem Arzt eigentlich anbieten müsste und sollte. Und wenn man halt austherapiert ist vielleicht auf solche Sachen zurückgreifen.

Das ist in Apotheke an unterschiedlichen Präparaten existiert und einmal die Blüten natürlich Cannabisblüten und auch die Extrakte lassen so die beiden Sachen, die ganz ganz häufig angewendet werden, bei extrakten unterschiedlich Konzentrationen aus THC, Tetrahydroconabinol und CBD und dann halt in verschiedenen Konstellationen, teilweise dann 20 null Präparat oder null 50 oder zehn zehn, was ganz häufig angewendet wird, einfach was, was halt sehr, sehr gut wirkt bei bestimmten Erkrankungen.

Also ich würde sagen, dass tatsächlich der größte Teil wirklich chronische Schmerzen sind, die wirklich darunter leiden, gefolgt von ja depressiven Verstimmungen, psychiatrische Erkrankungen. Das würde ich als zwei tatsächlich sagen. Und dann auch viele Schlafschlafgeschichten, also Schlafprobleme, Einschlafstörungen durch Schlafstörungen, die dann auch quasi mit Medizinal cannabis oder mit Tropfen begleitet werden. Ja, das. Es gibt erst mal natürlich die, die Freiverkäuf lichen OTC Präparate in Apotheke, die teilweise auch schon sehr sehr gut wirken muss.

Man muss man wirklich sagen und damit erst mal starten, kann aber bei bestimmten Erkrankungen einfach nicht das Resultat bringen dieses bringen soll. Man muss erst mal gucken ob es halt primäre zum Beispiel beim Schlaf jetzt eine primäre Erkrankung ist und eine sekundäre sekundäre. Ja, man hat irgendwie Rückenschmerzen, kann deswegen nicht schlafen und dann hat man daher Schlafstörungen bei Primär ist es ja so, dass es wirklich einen Schlaf oder durch Schlafproblemen leidet und man da ganz klar sagen muss, dass das man dann, wenn wirklich die ganzen OTC Präparate nicht geholfen haben man weitergeht auf Benzutine oder z Substanz und PD und die halt schon wirklich ein hohes hohes Abhängigkeitspotenzial einfach haben und man da doch mit

Medizinal Cannabis als pflanzliches Produkt schon deutlich besser unterwegs ist. Es kommt so ein bisschen darauf an, was Sie sagen. Also ich finde, da kann man kein kein klares Urteil zu geben, weil wenn es natürlich Richtung Legalisierung geht und Richtung Eigenanbau und solche Geschichten kommt, dann ist es definitiv sinnvoll über einen OTC Switch nachzudenken und das dann frei verkäuflich in der Apotheke anzubieten, weil da hat man auf jeden Fall eine gesicherte Qualität in der Apotheke im Vergleich zum Eigenanbau und auch im Vergleich zu den Cannabis Cannabis Clubs, die es dann vielleicht gibt, wo dann halt wirklich ja vielleicht keine Qualität geleistet wird, verschimmelte Ware angeboten wird oder ja einfach nicht genau eingestellt.

Man weiß nicht genau, es gibt keinen Analytik Labor was dahinter steht und das alles analysiert. Und wenn man das natürlich dann in der Apotheke vergleichsweise als OTC anbieten kann und anbietet, wird durch Fachpersonal geprüft, ob die Person überhaupt in Frage ist. Es wird noch mal nachgefragt, ob alles in Ordnung ist. Man kann noch mal mit den Leuten in eine Diskussion vielleicht auch gehen, ob es dann wirklich für die Sache geeignet ist oder noch mal Rücksprache halten.

Und man kann natürlich auch gucken, dass es halt nur wirklich an 18-jährige ausgehändigt wird. Von daher in der Hinsicht auf jeden Fall sinnvoll. Aktuell in meinen Augen aber auch noch sehr, sehr sinnvoll, dass der Arzt noch in der Begleitung drin ist, weil ich glaube, das den Patienten häufig komplett selber zu überlassen und überhaupt keine Rücksprache mehr zu halten und keine Person, die sich mit der Thematik auseinandersetzt, ist glaube ich eine große Gefahr.

Auch tatsächlich das wenn wenn man das wirklich so der freien Bevölkerung so überlässt. Also ich glaube ja. Also ich glaube man muss halt einfach Studien machen und man muss einfach gucken, bei welchen Therapiemöglichkeiten man dann noch noch weitere Erfolge vielleicht erzielen kann. Oder noch noch eine Therapieoption zu der normalen Therapie, die es aktuell gibt. Weil es gibt ganz, ganz viele Erkrankungen, um es mal ganz ehrlich zu sagen, die teilweise auch noch nicht richtig verstanden wurden, wo es entweder auch, weil es nun eine kleine Patienteneinheit ist, wo es wirklich wenig Optionen gibt, Therapieoption für den Arzt gibt und wo man vielleicht durch eine Off Label Verwendung gute Erfolge erzielen kann.

Das ist gar keine Frage. Nummern. Man muss einfach mal gucken, was, was so was für Möglichkeiten sich da so auftun. Auf jeden Fall also gar keine Frage. Also Lebensqualität steigern. Man muss ja ganz klar sagen auch quasi chronische Schmerzen. Die werden ja häufig mit starken Opioide behandelt und die Patienten werden dann damit abgeschossen. In gewisser Weise. Und wenn man die dadurch einfach nur reduzieren Dosis Reduktion machen kann und mit einer bestimmten Cannabis Therapie unterstützen kann und dadurch eine Dosisreduktion schaffen kann, wodurch die wieder mehr am normalen Leben teilnehmen können, ist das natürlich eine ganz Massiv oder Lebensqualitätssteigerung.

Die Anfänge: Skepsis, Stigma und die ersten Patient:innen

Als Johannes Hoffmann vor einigen Jahren begann, sich auf die Versorgung mit Medizinalcannabis zu spezialisieren, war das Thema im deutschen Gesundheitswesen noch mit vielen Unsicherheiten verbunden. Besonders in der älteren Generation herrschten Skepsis und Vorurteile. Cannabis wurde lange Zeit fast ausschließlich mit illegalem Konsum und Drogenmissbrauch in Verbindung gebracht.

Doch die Begegnung mit Patient:innen, die unter schweren chronischen Schmerzen litten und bei denen klassische Therapien versagt hatten, brachte einen Perspektivwechsel. Herr Hoffmann berichtet, wie sich die Haltung vieler Menschen veränderte, sobald sie die positiven Effekte der Therapie selbst oder im direkten Umfeld erleben konnten. Gerade Patient:innen mit Migräne, Fibromyalgie oder anderen chronischen Schmerzsyndromen waren häufig „austherapiert“ und suchten verzweifelt nach neuen Möglichkeiten.

Medizinalcannabis in der Apotheke

Mit der gesetzlichen Freigabe von Medizinalcannabis im Jahr 2017 wurde die Versorgung in Apotheken möglich. Johannes Hoffmann baute in seiner Apotheke ein breites Sortiment an Cannabisblüten und -extrakten auf. Die Vielfalt der Präparate – von Blüten über Öle bis zu standardisierten Extrakten mit unterschiedlichen Konzentrationen von THC und CBD – ermöglichte eine individuell angepasste Therapie.

Die Beratung der Patient:innen nahm einen immer größeren Stellenwert ein. Viele Menschen kamen mit Unsicherheiten, Fragen zur Dosierung oder Angst vor Nebenwirkungen. Hoffmann und sein Team setzten auf intensive Aufklärung: Welche Präparate gibt es? Wie unterscheiden sich Blüten und Extrakte? Wie wird die Dosierung festgelegt? Welche Nebenwirkungen können auftreten und wie werden sie kontrolliert?

Die Erfahrung zeigte: Wer gut informiert ist, kann die Therapie mit Medizinalcannabis selbstbewusst und sicher nutzen. Besonders wichtig war dabei die enge Zusammenarbeit mit behandelnden Ärzt:innen, um die optimale Versorgung sicherzustellen.

Die Vorteile von Medizinalcannabis bei Migräne

Migräne zählt zu den häufigsten neurologischen Erkrankungen weltweit. Sie äußert sich durch wiederkehrende, meist einseitige, pulsierende Kopfschmerzen, die oft mit Übelkeit, Licht- und Geräuschempfindlichkeit einhergehen. Viele Patient:innen erleben massive Einschränkungen im Alltag und sind durch die Attacken immer wieder arbeitsunfähig.1

Konventionelle Therapien reichen von klassischen Schmerzmitteln über Triptane bis hin zu prophylaktischen Medikamenten. Doch nicht alle Patient:innen sprechen ausreichend auf diese Mittel an oder leiden unter starken Nebenwirkungen. Für diese Menschen kann Medizinalcannabis eine wertvolle Alternative darstellen.

In der Praxis von Johannes Hoffmann zeigte sich, dass viele Migräne-Patient:innen mit Medizinalcannabis eine deutliche Reduktion der Schmerzintensität und -häufigkeit erleben. Neben der akuten Schmerzlinderung berichten viele auch von besserem Schlaf und weniger Begleitsymptomen wie Übelkeit oder Anspannung. Die individuell anpassbare Dosierung und die Möglichkeit, verschiedene Präparate auszuprobieren, bieten zusätzliche Vorteile gegenüber klassischen Medikamenten.

Medizinalcannabis bei chronischen Schmerzen: Neue Hoffnung für Betroffene

Chronische Schmerzen sind in Deutschland eine der häufigsten Gründe für einen Arztbesuch. Sie können viele Ursachen haben – von degenerativen Erkrankungen wie Arthrose bis hin zu Nervenschäden, Fibromyalgie oder chronischen Rückenschmerzen. Für viele Betroffene ist der Schmerz längst zu einem eigenständigen Krankheitsbild geworden, das das Leben dominiert.

Johannes Hoffmann berichtet, dass der größte Teil der Cannabis-Patient:innen in seiner Apotheke unter chronischen Schmerzen leidet. Viele von ihnen haben bereits eine lange Therapie-Odyssee hinter sich, häufig begleitet von Nebenwirkungen konventioneller Medikamente wie Opiaten, Antidepressiva oder Antikonvulsiva.

Medizinalcannabis bietet hier einen neuen Ansatz: Es wirkt nicht nur schmerzlindernd, sondern kann auch die Schlafqualität verbessern, depressive Verstimmungen mildern und die Lebensqualität insgesamt steigern. Im Vergleich zu klassischen Schmerzmitteln ist das Risiko für schwere Nebenwirkungen oder Abhängigkeit deutlich geringer. Die meisten Patient:innen berichten von milden, gut kontrollierbaren Nebenwirkungen wie Mundtrockenheit, Schwindel oder leichter Müdigkeit.

Präparate, Dosierung und individuelle Anpassung

Ein zentrales Thema in der Cannabistherapie ist die Auswahl des passenden Präparats. In der Apotheke von Johannes Hoffmann stehen verschiedene Cannabisblüten und -extrakte zur Verfügung, die sich durch ihren Gehalt an THC und CBD unterscheiden. Die Dosierung erfolgt in enger Abstimmung mit Ärzt:innen und wird individuell angepasst.

Extrakte bieten den Vorteil, dass sie standardisiert und exakt dosierbar sind. Blüten werden häufig zur Inhalation verwendet und können besonders bei akuten Beschwerden wie Migräneattacken schnell wirken. Tropfen oder Öle eignen sich für die längerfristige Anwendung und ermöglichen eine kontinuierliche Einstellung der Dosis.

Hoffmann betont, dass die Therapie immer schrittweise beginnt: Zunächst wird mit einer niedrigen Dosis gestartet, die langsam gesteigert wird, bis die optimale Wirkung erreicht ist. Patient:innen führen häufig ein Schmerztagebuch, um den Therapieverlauf zu dokumentieren und gemeinsam mit dem Arzt oder der Ärztin die Therapie anzupassen.

Die Rolle der Apotheke: Beratung, Qualität und Sicherheit

Die Apotheke spielt in der Medizinalcannabis-Therapie eine zentrale Rolle. Neben der Bereitstellung qualitativ hochwertiger Präparate ist die persönliche Beratung der Patient:innen entscheidend. Johannes Hoffmann und sein Team nehmen sich Zeit für individuelle Fragen, erklären die Unterschiede zwischen den Präparaten und unterstützen bei der Anwendung.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Qualitätssicherung. In der Apotheke werden ausschließlich geprüfte, standardisierte Produkte abgegeben. Im Vergleich zum Eigenanbau oder zu Cannabis-Clubs bietet die Apotheke eine gesicherte Qualität und Sicherheit für Patient:innen. Verschimmelte oder verunreinigte Ware, wie sie im illegalen Markt vorkommen kann, ist hier ausgeschlossen.

Gesellschaftlicher Wandel und Stigmaabbau

Die gesellschaftliche Akzeptanz von Medizinalcannabis hat sich in den letzten Jahren deutlich verbessert. Dennoch gibt es weiterhin Vorurteile – insbesondere in der älteren Generation oder bei Menschen, die bislang wenig Berührungspunkte mit dem Thema hatten. Johannes Hoffmann sieht es als eine seiner Aufgaben, durch sachliche Aufklärung und persönliche Beratung Ängste abzubauen und Vorurteile zu hinterfragen.

Die Erfahrung zeigt: Sobald Patient:innen oder deren Angehörige die positiven Effekte der Therapie erleben, wandelt sich die Einstellung. Medizinalcannabis wird zunehmend als normale, pflanzliche Therapieoption wahrgenommen – vergleichbar mit anderen Medikamenten.

Wissenschaftliche Einordnung und Studienlage

Die wissenschaftliche Evidenz zur Wirksamkeit von Medizinalcannabis bei Migräne und chronischen Schmerzen wächst stetig. Studien zeigen, dass Cannabinoide sowohl die Intensität als auch die Häufigkeit von Migräneattacken reduzieren können.2 Auch bei chronischen Schmerzen, insbesondere bei neuropathischen Beschwerden, berichten viele Patient:innen von einer deutlichen Verbesserung.3

Gleichzeitig betonen Expert:innen wie Hoffmann, dass weitere Forschung notwendig ist. Die Studienlage ist in manchen Indikationen noch begrenzt, und nicht alle Patient:innen sprechen gleichermaßen gut auf die Therapie an. Dennoch zeigen die bisherigen Ergebnisse, dass Medizinalcannabis für viele Menschen eine echte Chance auf mehr Lebensqualität bedeutet – besonders dann, wenn andere Therapien versagen.

Herausforderungen: Bürokratie, Kosten und Unsicherheiten

Trotz aller Fortschritte gibt es weiterhin Herausforderungen in der Versorgung mit Medizinalcannabis. Die Beantragung der Kostenübernahme durch die Krankenkasse ist oft aufwendig und mit bürokratischen Hürden verbunden. Viele Hausärzt:innen fühlen sich unsicher im Umgang mit Cannabisrezepten und scheuen den Aufwand.

Johannes Hoffmann sieht hier einen klaren Verbesserungsbedarf: „Es braucht mehr Fortbildungen für Ärzt:innen, klare Leitlinien und eine Entbürokratisierung des Antragsverfahrens. Nur so können mehr Patient:innen von der Therapie profitieren.“

Zukunftsperspektiven: Medizinalcannabis als normale Therapieoption

Die Entwicklung von Medizinalcannabis in Deutschland steht noch am Anfang. Doch die Erfahrungen aus der Praxis zeigen: Immer mehr Patient:innen profitieren von der neuen Therapieoption, die gesellschaftliche Akzeptanz wächst, und die medizinische Forschung schreitet voran.

Johannes Hoffmann ist überzeugt, dass Medizinalcannabis in Zukunft ein ganz normales Medikament sein wird – ohne Stigma und mit klaren medizinischen Standards. Die Aufgabe von Apotheker:innen und Ärzt:innen besteht darin, Patient:innen bestmöglich zu begleiten, aufzuklären und individuelle Therapiepläne zu entwickeln.

Fazit

Die Entwicklung von Medizinalcannabis in Deutschland hat für Menschen mit Migräne und chronischen Schmerzen neue Wege eröffnet. Dank engagierter Apotheker wie Johannes Hoffmann und einer wachsenden gesellschaftlichen Akzeptanz können immer mehr Patient:innen von den Vorteilen der Medizinalcannabis-Therapie profitieren. Individuelle Beratung, gesicherte Qualität und eine enge Zusammenarbeit zwischen Apotheke und Arztpraxis sind dabei der Schlüssel zum Erfolg. Die Zukunft der Schmerztherapie liegt in einem offenen, patientenzentrierten Ansatz – Medizinalcannabis ist ein wichtiger Baustein auf diesem Weg.

1 https://www.wicker.de/magazin/migraene-verstehen

2 Okusanya BO, Lott BE, Ehiri J, McClelland J, Rosales C. Medical Cannabis for the Treatment of Migraine in Adults: A Review of the Evidence. Front Neurol. 2022 May 30;13:871187. doi: 10.3389/fneur.2022.871187.

Aviram J, Vysotski Y, Berman P, Lewitus GM, Eisenberg E, Meiri D. Migraine Frequency Decrease Following Prolonged Medical Cannabis Treatment: A Cross-Sectional Study. Brain Sci. 2020 Jun 9;10(6):360. doi: 10.3390/brainsci10060360.

3 Johnson BW, Strand NH, Raynak JC, Jara C, Habtegiorgis K, Hand BA, Hong S, Maloney JA. Cannabinoids in Chronic Pain Management: A Review of the History, Efficacy, Applications, and Risks. Biomedicines. 2025 Feb 20;13(3):530. doi: 10.3390/biomedicines13030530.

Hameed M, Prasad S, Jain E, Dogrul BN, Al-Oleimat A, Pokhrel B, Chowdhury S, Co EL, Mitra S, Quinonez J, Ruxmohan S, Stein J. Medical Cannabis for Chronic Nonmalignant Pain Management. Curr Pain Headache Rep. 2023 Apr;27(4):57-63. doi: 10.1007/s11916-023-01101-w. Epub 2023 Mar 10.

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Häufig gestellte Fragen

Die Studienlage ist noch begrenzt und nicht eindeutig, weshalb sich die medizinische Fachwelt uneinig ist. Es gibt einzelne Hinweise auf die Reduktion der Migränehäufigkeit, sowie die Linderung der Beschwerden, aber für eine offizielle Empfehlung werden weitere Studien benötigt.1,2

1 Okusanya BO, Lott BE, Ehiri J, McClellandJ, Rosales C. Medical Cannabis for the Treatment of Migraine in Adults: AReview of the Evidence. Front Neurol. 2022 May 30;13:871187. doi:10.3389/fneur.2022.871187. PMID: 35711271; PMCID: PMC9197380.

2 Aviram J, Vysotski Y, Berman P, LewitusGM, Eisenberg E, Meiri D. Migraine Frequency Decrease Following ProlongedMedical Cannabis Treatment: A Cross-Sectional Study. Brain Sci. 2020 Jun9;10(6):360. doi: 10.3390/brainsci10060360. PMID: 32526965; PMCID: PMC7348860.

Eine Verschreibung ist möglich, aber in der Praxis schwierig. Ärzt:innen und Krankenkassen sind bei Migräne als alleiniger Indikation sehr zurückhaltend, da die Studienlage noch nicht eindeutig ist.

Die Zurückhaltung der Ärzt:innen liegt an der noch unklaren Studienlage. Krankenkassen genehmigen eine Therapie mit Medizinalcannabis bei Migräne nur selten, weshalb Ärzt:innen eher auf etablierte Therapien setzen.

Eine Therapie mit Medizinalcannabis kann bei Migräne eingesetzt werden, wenn alle anderen konventionellen Therapien versagt haben oder unverträglich waren. Bei chronischer Migräne mit sehr starken Einschränkungen können die Aussichten besser sein.

Für akute Anfälle eignet sich die Inhalation via Vaporizer wegen der schnellen Wirkung. Für die Prophylaxe werden oft Öle oder Extrakte verwendet, die länger wirken, aber langsamer anfluten.3

3 Grotenhermen F. Pharmacokinetics andpharmacodynamics of cannabinoids. Clin Pharmacokinet. 2003;42(4):327-360. doi:10.2165/00003088-200342040-00003

Neurolog:innen, Schmerztherapeut:innen oder spezialisierte Cannabis-Ärzt:innen sind oft aufgeschlossener als Hausärzt:innen. Wichtig sind umfassende Unterlagen über bisherige erfolglose Therapien, um die medizinische Notwendigkeit zu belegen.

Die Kosten für Cannabisblüten oder -extrakte aus der Apotheke betragen meist mehrere hundert Euro pro Monat. Eine Kostenübernahme durch die Krankenkasse ist bei Migräne als alleiniger Indikation sehr schwierig zu erreichen.

Die Erfahrungen sind gemischt – einige Patient:innen berichten von Linderung, andere spüren keine Wirkung. Studien weisen darauf hin, dass die Migränehäufigkeit sowie der Auswirkung von Migräne auf den Alltag durch Medizinalcannabis reduziert werden kann.1,2 Allerdings sind weitere Studien sind nötig, um langfristig die Sicherheit und Wirksamkeit von Medizinalcannabis bei Migräne zu bestätigen.

1 Okusanya BO, Lott BE, Ehiri J, McClellandJ, Rosales C. Medical Cannabis for the Treatment of Migraine in Adults: AReview of the Evidence. Front Neurol. 2022 May 30;13:871187. doi:10.3389/fneur.2022.871187. PMID: 35711271; PMCID: PMC9197380.

2 Aviram J, Vysotski Y, Berman P, LewitusGM, Eisenberg E, Meiri D. Migraine Frequency Decrease Following ProlongedMedical Cannabis Treatment: A Cross-Sectional Study. Brain Sci. 2020 Jun9;10(6):360. doi: 10.3390/brainsci10060360. PMID: 32526965; PMCID: PMC7348860.

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